Detlev Schindele

Realistische Ziele setzen

oder besser keine Ziele setzen?

Der Schlüssel zum Erfolg ist, sich das richtige Ziel zu setzen. Wobei ich ernsthaft der Meinung bin, erst einmal kein Ziel zu setzen ist das allerbeste. Gleich am Anfang versagen, wäre doch blöd … 😉

Wie meine ich das?

Als ich angefangen habe mit der App alle meine Mahlzeiten genaustens aufzunehmen, habe ich zunächst noch gar nicht ans Abnehmen gedacht. Ich hab das einfach mal laufen lassen. Alles immer schön aufgeschrieben. Dabei sind mir ganze schnell verschiedene Dinge aufgefallen. Zum Beispiel waren in meinem Salat immer 6 Löffel Rapsöl. Das waren dann gleich mal 743 kcal. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt 😉 Ich hab nur noch einen Löffel Rapsöl genommen und sofort 619 kcal gespart. Der Salat schmeckt auch mit 1 EL Rapsöl (124 ckal) ganz gut 😉 Bisschen mehr Essig rein und alles ist gut.

Als ich das bemerkt habe, hatte ich noch kein Ziel. Ich wusste noch nicht einmal ob ich überhaupt abnehmen will. Aber ich hab gesagt, dass ich mal zwei Wochen aufschreibe und dann mal schauen, was passiert. Und schließlich ist was passiert. Zwei Wochen später, habe ich schon 5KG abgenommen und hatte noch nicht einmal vor gehabt abzunehmen und ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Aber wenn das so leicht geht, dann mach ich da doch weiter? Ich wusste, auf was ich gut verzichten kann ohne Stress zu haben und so ging das dann weiter.

Die App wollte von mir ein Zielgewicht haben. Ich hab da mal nicht so drüber nachgedacht und einfach mal 100 KG eingetragen. Dass das bei mir geklappt hat, war Glück. Ich hab mir dann für die weiteren Schritte realistische Ziele ausgesagt. Je kleiner die Schritte sind um so leichter sind sie zu erreichen. Zu leicht sollen die aber auch nicht zu erreichen sein. Auch hier sollte man das nach seinen eigenen Möglichkeiten angehen. Ich für mich hab als nächstes Ziel nicht gleich die 90 KG genommen sondern erst einmal 95 KG. Ich weiß, wie lange das dauern kann. Das war bei mir genau richtig.

Mittlerweile bin ich bei einem Ziel von 85 KG angekommen und werden das Ziel demnächst auf 80KG runtersetzen. Bei mir sind es derzeit 5KG Schritte. Anmerkung: Bei mir kam dann eine Krebsdiagnose dazwischen und ich musste meinen Plan aufgeben. Ich bin jetzt aber nach etwas hin und her wieder „dabei“ und habe nun wieder die 85KG. Ein neues Ziel ist gefunden, dazu an anderer Stelle mehr.

Ich konnte es leider nicht so eingeben aber mein Ziel ist eigentlich so weit abzunehmen, bis ich wieder gut joggen kann ohne meine Knie zu zerstören. Da ich das nicht eintragen kann, hab ich halt jetzt 80kg eingetragen. Mit 80kg sollte das mit dem Joggen funktionieren denke ich.

Es kommt also darauf an, sich keine zu großen Ziele zu setzen. Ziele die ich irgendwann glaube niemals erreichen zu können, wirken demotivierend.

Andererseits ist es auch schwer, Ziele realistisch zu setzen. Vielleicht mal im ersten Impuls ein Ziel aufschreiben und dann eine oder zwei Nächte darüber schlafen. Dieses Ziel dann wieder anschauen und mit etwas Abstand vielleicht bestätigen oder anpassen.

Mein aktuelles Ziel hat nur als untergeordnetes Ziel die Gewichtsabnahme. Ich will schneller und leichter den Berg rauf kommen und ab und mit weniger Schmerzen eine Runde joggen. Ein großes Ziel ist ein Ultramarsch nächstes Jahr. Das schaffe ich nur, wenn ich mit weniger Gewicht den Berg rauf und runter gehen kann, weil das meine Gelenke und Sehnen weniger belastet. Wie weit mein Gewicht reduziert werden „muss“, ist da also noch gar nicht fest. Ich schau einfach, wie gut ich durch die Berge komme und wenn das dann halt noch das eine oder andere „Päckchen“ weniger sein soll, dann muss das halt sein. Ansonsten bin ich im Moment schon ganz glücklich mit meinem Erfolg.